Kajakfahrer nach Großeinsatz in Lübeck tot geborgen

Lübeck: Ein gekenterter Kajakfahrer hat am Sonntagnachmittag einen Großeinsatz von Feuerwehr, DLRG, Wasserwacht und Drohnengruppe ausgelöst. Der Mann war gegen 15.50 Uhr in Höhe des Brandenburger Feldes ins Wasser geraten und wenig später untergegangen. Trotz einer intensiven Suche mit mehreren Tauchern, Booten und Unterstützung aus der Luft konnte er erst nach mehr als zwei Stunden gefunden werden. Für ihn kam jede Hilfe zu spät.

Nach ersten Angaben war der Kajakfahrer am Sonntagnachmittag auf dem Wasser unterwegs, als sein Boot aus bislang nicht näher bekannten Gründen kenterte. Der Mann versuchte offenbar noch, sein Kajak schwimmend zurück ans Ufer zu bringen. Dabei ging er vor den Augen weiterer Wassersportler unter. Die Zeugen reagierten sofort und setzten den Notruf ab, woraufhin ein umfangreicher Rettungseinsatz anlief.

Die Einsatzlage war von Beginn an anspruchsvoll. Weil die Taucher der Berufsfeuerwehr Lübeck zeitgleich bei einem Alarm in Travemünde gebunden waren, wurden die Tauchergruppen der DLRG Mölln und Ratzeburg zur Unterstützung nach Lübeck gerufen. Zusätzlich forderte die Einsatzleitung die Drohnengruppe der Technischen Einsatzleitung des Kreises Herzogtum Lauenburg an, um den Bereich aus der Luft zu unterstützen. Auch die Lübecker Wasserwacht war mit einem Boot vor Ort und beteiligte sich an den Maßnahmen auf dem Wasser.

Am Ufer und auf dem Wasser arbeiteten mehrere Organisationen eng zusammen. Neben den Tauchern waren Kräfte der Lübecker Berufsfeuerwehr, ein Rettungswagen sowie eine Notärztin an der Einsatzstelle. Die Suche konzentrierte sich auf den Bereich, in dem der Kajakfahrer zuletzt gesehen worden war. Mehrere Taucher gingen dort ins Wasser und suchten den Grund systematisch ab. Die Tiefe betrug an der Untergangsstelle nach Angaben der Einsatzkräfte bis zu drei Meter.

Besonders schwierig gestaltete sich die Suche wegen des starken Bewuchses unter Wasser. Einsatzleiterin Christine Theegen von der Lübecker Berufsfeuerwehr machte deutlich, wie stark die Bedingungen die Arbeit der Taucher erschwerten: „Die Sicht war zum großen Teil unter 30 Zentimetern und die Leinen der Taucher haben sich mehrfach in den Unterwassergewächsen verfangen. Dadurch war die Kommunikation der Taucher mit den Booten stark beeinträchtigt.“ Für die Einsatzkräfte bedeutete das, dass sie sich nur langsam und mit großer Vorsicht durch den Suchbereich bewegen konnten.

Nach mehr als zwei Stunden intensiver Suche wurde der 58-jährige Kajakfahrer gegen 18.15 Uhr gefunden. Nach Angaben Theegens entdeckten die Taucher ihn in etwa drei Metern Tiefe im Schlick. Der Fundort lag in einem Umkreis von rund zehn Metern um die beschriebene Untergangsstelle. Die Taucher brachten den Mann anschließend an Land. Dort konnte die Notärztin jedoch nur noch seinen Tod feststellen.

Der Einsatz belastete nicht nur die Angehörigen, sondern auch die beteiligten Rettungskräfte und die Augenzeugen, die das Unglück beobachtet hatten. Für sie wurde die Notfallseelsorge zur Einsatzstelle gerufen. Sie sollte den Betroffenen noch vor Ort Unterstützung anbieten und bei der Verarbeitung des Geschehens helfen.