Explosionsgefahr

Großeinsatz nach Wasserstoffaustritt

Elmenhorst

„Da mag man gar nicht drüber nachdenken, ein lauter großer Knall“, war die Antwort von Einsatzleiter Thorsten Lühr auf die Frage wie denn wohl das Worst Case Szenario beim Einsatz am Dienstagvormittag in Elmenhorsts Ortsteil Lanken gewesen wäre. Am Vormittag des 18.Mai wurde gegen 09:30 Uhr Großalarm für die Freiwilligen Feuerwehren Elmenhorst, Talkau, Sahms sowie den Löschzug Gefahrgut des Kreisfeuerwehrverbandes, der Technischen Einsatzleitung (TEL) und den Rettungsdienst ausgelöst. Auslöser war der Austritt von Wasserstoff aus einem stationären Gasflaschengebinde eines Produktionsbetriebes. Der Tankinhalt dieses Gebindes umfasst nach Auskunft der Feuerwehr 2000 Kubikmeter Wasserstoff. Aus bisher unbekannter Ursache hat sich offenbar eine Rohrleitung gelöst wodurch Wasserstoff entweichen konnte. Am Ende konnte von den Einsatzkräften durch Abschiebern und leichtem Abdichten ein weiterer Gasaustritt verhindert werden. Wie brisant die Situation in dem Gewerbegebiet war zeigt ein Blick auf die eingeleiteten Maßnahmen. Wasserstoff kann sich bei Vermischung mit Sauerstoff schnell zu einem hochexplosiven Gas-Luft-Gemisch verbinden. Entsprechend groß waren die Sicherheitsmaßnahmen. „In Windrichtung wurde eine 500 Meter umfassende Sicherheitszone eingerichtet. Gegen die Windrichtung betrug diese immerhin noch 200 Meter“, berichtet der Einsatzleiter. Das hatte zur Folge, dass große Teile des Gewerbegebietes komplett evakuiert wurden. Betroffen hiervon war auch die Straßenverkehrsbehörde welche für den heutigen Tag alle, zum Teil lange im Voraus vergebenen, Termine absagen musste. Mehrere frustrierte Bürger mussten unverrichteter Dinge das Gelände unter Aufsicht von Polizeibeamten verlassen. Alle Zuwegungen in das Gewerbegebiet wurden von den Beamten gesperrt und alle Anlieger, sogar über die Warnapp NINA, aufgefordert das Gebiet umgehend zu verlassen. Erst gegen 12:00 Uhr konnten die Maßnahmen wieder aufgehoben werden. Zuvor wurden alle umliegenden Gebäude durch Einsatzkräfte auf Gaskonzentrationen überprüft und nach negativer Messung nach und nach freigegeben. Unterstützt wurden die Helfer dabei auch vom Umweltdienst der Berufsfeuerwehr Hamburg, welche mit einem besonders sensiblen Messgerät an die Einsatzstelle gerufen wurden. Erst nach dem Einsatz dieses Gerätes konnte die Einsatzstelle an den Eigner der Produktionsstätte übergeben werden und der Einsatz für die gut 90 Helfer beendet werden. Die Erleichterung über den am Ende glimpflich verlaufenen Einsatz war auf jeden Fall nicht nur dem Einsatzleiter der Elmenhorster Feuerwehr Lühr anzumerken.