Brand in Wohnhaus beschäftigt Einsatzkräfte bis in den Abend – Familie verliert ihr Zuhause

Siebenbäumen

Bei einem Feuer im Siebenbäumer Gösselbarg wurden zwei Katzen gerettet, zwei Einsatzkräfte verletzt und große Teile des Hauses zerstört.

Bei einem schweren Brand in einem Einfamilienhaus im Gösselbarg in Siebenbäumen ist am Mittwochmittag ein erheblicher Sachschaden entstanden. Gegen 13 Uhr war der Feuerwehr ein Zimmerbrand gemeldet worden. Als die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehren Siebenbäumen und Kastorf kurz darauf eintrafen, hatten sich die Bewohner bereits gemeinsam mit ihren Hunden ins Freie retten können. Zwei Katzen galten zunächst als vermisst. Über dem Gebäude stand bereits dichter Qualm, insbesondere aus dem Dachbereich.

Der Einsatzleiter schickte umgehend einen Angriffstrupp unter Atemschutz in das Gebäude. Allerdings ließ sich der Brandherd zunächst über längere Zeit nicht eindeutig lokalisieren. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte sich das Feuer offenbar in einer Zwischendecke bis in den Spitzboden ausgebreitet. Zur Unterstützung wurde daher eine Drehleiter aus Bad Oldesloe angefordert und das Alarmstichwort erhöht. Am Ende sollten 6 Feuerwehren sowie die Decon-Einheit des Kreises und eine Drohnengruppe im Einsatz sein. . Doch weder von innen noch über die Drehleiter gelang es den Einsatzkräften zunächst, an den eigentlichen Brandherd heranzukommen.

Besonders schwierig gestalteten sich die Löscharbeiten aufgrund der Bauweise des Hauses. Das Dach war mit Eternitplatten gedeckt, darunter befanden sich Dachpappe und eine Holzverschalung. Das Feuer breitete sich im weiteren Verlauf in das Obergeschoss aus. Die enorme Hitzeentwicklung ließ mehrere Fensterscheiben bersten. Der Innenangriff musste schließlich abgebrochen werden, nachdem eine Einsatzkraft im Obergeschoss durch den Boden eingebrochen war. Sie wurde nach ersten Angaben nur leicht verletzt. Eine weitere Einsatzkraft musste nach einem Zusammenbruch in der Drehleiter in ein Krankenhaus gebracht werden.

Auch nach mehreren Stunden war der Brandherd weiterhin nicht erreichbar. Deshalb wurde ein Fachberater des Technischen Hilfswerks (THW) zur Einsatzstelle alarmiert. In Absprache mit ihm forderte die Einsatzleitung einen Abrissbagger einer Firma aus dem Kreis Stormarn an. Noch bevor dieser eingreifen konnte, gelang den Kräften nach mehr als vier Stunden die Rettung der beiden vermissten Katzen aus dem Erdgeschoss. Die Tiere waren vollkommen durchnässt und stark geschwächt, konnten aber lebend in Sicherheit gebracht werden.

Nach dem Eintreffen des Baggers mussten zunächst zwei große Bäume gefällt werden, um ausreichend Platz für die Arbeiten zu schaffen. Während dieser Vorbereitungen schlugen immer wieder hohe Flammen aus dem Dachbereich, zudem kam es dort wiederholt zu Explosionen der Eternitplatten. Nachdem der Bagger das Dach Stück für Stück entfernt hatte, war über Siebenbäumen eine weithin sichtbare Rauchsäule zu erkennen. Wegen der beschädigten Dachplatten bestand zudem der Verdacht auf eine Asbestbelastung. Die Bevölkerung wurde am späten Nachmittag über die Warnapp Nina gebeten Fenster und Türen geschlossen zu halten. Letztlich mussten der Dachstuhl und große Teile des Obergeschosses abgetragen werden, um die Flammen endgültig bekämpfen zu können.

Der Einsatz endete erst gegen 21 Uhr. Rund 100 Kräfte waren an den Löscharbeiten beteiligt. Die Bewohner des Hauses wurden vor Ort von Kräften der Psychosozialen Notfallversorgung betreut. Die Versorgung der Einsatzkräfte mit Getränken und Essen übernahmen Helfer der DLRG. Die Kriminalpolizei begann noch während der laufenden Löscharbeiten mit Ermittlungen zur Brandursache und zur Höhe des entstandenen Schadens. Die Schadenssumme ist derzeit noch unbekannt. Für die Bewohner bedeutet das Feuer jedoch bereits jetzt den Verlust ihres gesamten Hab und Guts.