Am Sonntagnachmittag kam es zu einem außergewöhnlichen Einsatz der Freiwilligen Feuerwehren Duvensee und Sandesneben. Gegen 14.35 Uhr wurden die freiwilligen Helfer zu einem Notfall im Duvenseer Moor alarmiert: „Pferd in Not“ lautete die Meldung. Die Einsatzadresse ließ sofort vermuten, dass ein Pferd im Moor feststeckt – doch die Lage vor Ort erwies sich als besonders dramatisch.
Eine Reiterin war während eines Ausrittes mit ihrer achtjährigen Stute Holly auf dem durch überflutete Felder führenden Niedeweg unterwegs. Der Weg war ebenfalls stark überspült. Beim Durchreiten des Wassers trat Holly auf eine unter der Oberfläche liegende Eisplatte und rutschte aus. Aus eigener Kraft konnte das Tier die Eisplatte nicht verlassen und lag hilflos im Wasser. Die Besitzerin und zwei Feuerwehrhelfer blieben bei Holly, bis eine Tierärztin eintraf. Erst nach einer Sedierung gelang es den Einsatzkräften, die mehrere hundert Kilo schwere Stute von der Eisfläche auf sicheren Boden zu ziehen. Anschließend wurde das Tier in Begleitung der Tierärztin zu einem nahegelegenen Reiterhof gebracht, wo ein Pferdesolarium für die völlig durchnässte Holly vorbereitet war.
Die Reiterin selbst war ebenfalls klitschnass, blieb jedoch augenscheinlich unverletzt und wurde von der Besatzung eines Rettungswagens betreut. Mit einer Ready-Heat-Decke konnte sie sich wieder aufwärmen – ihre größte Sorge galt dem Wohl ihres Pferdes.
Für Einsatzleiter Karl-Björn Petersen und seine Helfer war der Einsatz erfolgreich, ließ jedoch die Grenzen von Material und Fahrzeugen erkennen: Der aufgeweichte Boden erschwerte die Bewegungen für Helfer und Einsatzfahrzeuge erheblich. Einig waren sich die Beteiligten über die Notwendigkeit geländegängiger Fahrzeuge und spezieller Rettungsgeräte für Großtiere, insbesondere in ländlichen Regionen. Am Ende mussten die Feuerwehrkräfte sogar noch dem Rettungswagen helfen, der sich mit Heckantrieb beim Wenden auf einer Wiese festgefahren hatte – das Hilfeleistungsfahrzeug der Feuerwehr zog ihn schließlich heraus.
Rund 30 Einsatzkräfte waren vor Ort. Der Einsatz endete gegen 16.15 Uhr.
