Nach ersten Informationen hatte sich aufgrund einer Sperrung bei der Anschlussstelle Eutin ein Rückstau gebildet. Ein aus Bulgarien stammender Lkw-Fahrer bemerkte das Stauende offenbar zu spät. Trotz einer Vollbremsung prallte sein Fahrzeug mit großer Wucht in das Heck eines Kühl-Aufliegers.
Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Kühl-Auflieger auf einen davor stehenden Ford Transit geschoben. Der Transporter wurde wiederum auf einen weiteren Lkw gedrückt. Die Fahrerkabine des auffahrenden Lkw wurde bei dem Unfall völlig deformiert.
Der schwer verletzte Fahrer konnte sich nach Angaben von der Einsatzstelle dennoch wie durch ein Wunder selbst aus der zerstörten Kabine befreien. Nach der Erstversorgung durch Rettungsdienst und Notarzt wurde er in eine Klinik gebracht. Im Ford Transit sowie in einem der beteiligten Lkw wurden insgesamt drei weitere Personen leicht verletzt. Auch sie kamen zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser.
Die Autobahn wurde auf Höhe Scharbeutz voll gesperrt. In der Folge waren die umliegenden Ausweichstrecken vollkommen überlastet. Die Bergungsarbeiten gestalteten sich aufwendig: Der verunglückte Lkw hatte rund 21.000 leere Flaschen geladen, die per Hand umgeladen beziehungsweise geborgen werden mussten.
Weil die Fahrerkabine so stark deformiert war, musste sie zur Bergung vom Fahrwerk getrennt werden. Zudem wurden ein Havariekommissar und das Umweltamt zur Einsatzstelle gerufen. Der zweite beteiligte Lkw war mit Eis beladen.
Am bulgarischen Lkw wurde der Tank aufgerissen. Dieselkraftstoff verteilte sich auf der Fahrbahn und gelangte auch in das Erdreich des Seitenstreifens. Nach der Bergung der Flaschen und des Sattelzuges muss die Fahrbahn gereinigt werden. Außerdem ist vorgesehen, verschmutztes Erdreich auszukoffern.
Die A1 wird nach Angaben von der Einsatzstelle auch am Abend weiterhin voll gesperrt bleiben. Weshalb der Lkw-Fahrer das Stauende übersehen hat, müssen nun die weiteren Ermittlungen klären.
